Unbewusste Reaktionen




Unbewusste Reaktionen im Alltag

Wenn man einen Menschen zum ersten Mal sieht, hat man unbewusst längst ein
erstes Urteil über diese Person gefällt. Schon nach einer zehntel Sekunde wissen
wir, ob jemand auf uns vertrauenswürdig, kompetent oder liebeswert wirkt. Das

Gehirn erledigt 90 % von allem was wir tun, ohne, dass es uns bewusst ist, egal ob
wir wach sind oder träumen.



Automatisches Handeln und Ausblenden von Information

Haben wir eine Idee, weiß unser Gehirn bereits davon. Es entscheidet sich für etwas,
bevor wir überhaupt darüber nachdenken. Wie viel Kontrolle bleibt uns dann? Früher
glaubten Wissenschaftler, dass viel von unserem Handeln bewusst geschieht. Heute
wissen wir, dass nur ganz wenig, von dem was wir tun, wirklich bewusst abläuft.


Unsere Wahrnehmung der Welt ist lückenhaft. Anders würde es nicht funktionieren,
da nicht jeder Einfluss zeitgerecht von unserem Gehirn als Information verarbeitet
werden kann. Das Gehirn gibt, in Zusammenarbeit mit den Augen, lediglich grobe
Auskünfte über unsere Umwelt, da so schneller übermittelt werden kann, was sich
um uns herum ereignet. Das Auge kann nur einen Grad unseres gesamten
Seefeldes wirklich scharf abbilden. Um sich das realistisch vorstellen zu können
muss man einfach seinen Arm vor sich, auf den Daumennagel fokussiert,
ausstrecken. Dieser Nagel macht dieses eine Grad aus. Das bedeutet, dass man 360
Daumen bräuchte um einen Rundblick zu produzieren.


Um etwas wahrzunehmen sind wir auf unsere Sinnesorgane angewiesen. Was wir
davon bewusst erfahren, wählt das Gehirn automatisch aus. Falls jemand seine
große Liebe findet, wird er das nur merken, wenn sein Unterbewusstsein zustimmt.
Zähne putzen geschieht automatisch. Läutet währenddessen das Handy, wird das
Bewusstsein zugeschaltet. Es ist also für Neues und Wichtiges zuständig, das das
Unterbewusstsein nicht steuern kann. Bei vier bis fünf Informationseinheiten
gleichzeitig ist der Mensch schon überfordert und muss in diesem Beispiel mit dem
Zähneputzen aufhören um eine Nachricht am Handy zu schreiben.
Alles was unser Gehirn erledigt ist gut für uns. Weil unser Gehirn viel selbst erledigt,
können wir gleichzeitig essen, lesen und gehen. Vor allem das implizierte Gedächtnis
spielt bei automatischen Abläufen eine große Rolle, weil unser Bewusstsein keinen
Zugriff darauf hat.


Unser Unterbewusstsein weiß, ob wir Kaffee mögen oder lieber Tee, bevor wir lange
nachdenken. Bei einer Entscheidung werden in Sekundenbruchteilen riesige
Datenmengen analysiert, weitaus komplexer als wir bewusst überlegen. Doch davon
merken wir nichts, nur bewusstes Denken strengt uns an.


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